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Dies ist die Antwort auf den Beitrag: Rassen, Ausland, Provinzen und Religion


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Ich bitte den populistischen Titel des Beitrags zu entschuldigen aber er umschreibt im Großen und Ganzen ziemlich genau das Dilemma, in welchem wir uns befinden: Spielbarkeit der Orks und Tolle ja oder nein?

Eigentlich überrascht es mich, dass ausgerechnet an dieser Frage sich eine solch intensive Diskussion entfacht hat. Betrachtet man die Vergangenheit beider Rassen im KR, wird deutlich, dass sich bisher nur wenige Spieler zugetraut haben, diese beiden Rassen zu spielen.

Der Grund dürfte wohl auf der Hand liegen, es ist wesentlich schwieriger, einen glaubwürdigen Ork oder Troll zu spielen, als einen Menschen.

Jetzt könnte ich die Diskussion ja noch verstehen, wenn nun ausgerechnet die bekennenden Orkspieler für die Spielbarkeit dieser Rassen eintreten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Meiner Einschätzung nach, hat kaum jemand so überzeugend einen Ork-Charakter gespielt wie Batu. Und letztlich war er es, der maßgeblich dazu beigetragen hat, dass die Rasse der Orks – anders als beispielsweise die Menschen – im KR 2 nicht zu einer oberflächlichen und zweidimensionalen „Pro-Forma-Rasse“ verkommen ist.

Das nun ausgerechnet er sich gegen die Spielbarkeit dieser Rasse ausspricht, sollte uns zu denken geben.

Kurz um, ich teile die Argumente von Batu und es spielt insoweit eben doch einen ganz erheblichen Unterschied, ob Orks und Trolle im Plenum vertreten sein können oder nicht.

Der Konflikt mit den Orks und Trollen, welchen Batu aber auch der Hochmeister angesprochen haben, ist gerade kein außenpolitischer Konflikt, sondern ein rassenspezifischer. Und für die Glaubwürdigkeit eines solchen Konflikts ist es von entscheidender Bedeutung, dass die betreffenden Rassen im Kronrat gerade nicht vertreten sind.

Vielleicht zur Verdeutlichung:

Man stelle sich vor, es kommt zu größeren Verwerfungen zwischen dem Reich der Spieler und dem Waldreich der Alben von Narêvién. Das führt innerhalb des Kronrates sicherlich zu spannenden Diskussionen, denn im Plenum und im Reich wird es eine albische „Minderheit“ geben. Und dise wird den Verlauf des Konflikts maßgeblich beeinflussen. Aber da die Alben im Rat und im Reich als Rasse akzeptiert sind, wird es sich immer „nur“ um einen außenpolitischen Konflikt handeln. Es gibt keinen Konflikt zwischen den Menschen (bzw. den übrigen Rassen) und den Alben an sich. Nein, es gibt „nur“ einen Konflikt zwischen den Bürgern des Spielerreichs auf der einen und den Alben in Narêvién auf der anderen Seite. Es ist ein außenpolitischer Konflikt zwischen zwei Staaten, nicht mehr und nicht weniger. Gleiches gilt für den Städtebund von Arcion und das Königreich von Kalleer. Alle Konflikte mit diesen Staaten werden immer nur rein außenpolitischer Natur sein.

Die Idee hinter den Östlichen Clanlanden – so wie ich sie verstanden habe – war eine andere. Der Konflikt mit diesem „Gebilde“ (ein Staat ist es ja gerade nicht) soll tiefgreifender sein, als mit dem übrigen Ausland. Der Konflikt sollte nicht nur eine außenpolitische, sondern auch eine rassenspezifische Dimension erhalten. D.h. Konflikte mit den östlichen Clanlanden sollten sich anders spielen, als Konflikte mit dem Waldreich, dem Städtebund und dem Königreich.

Diese Idee lässt sich jedoch nicht verwirklichen, wenn Orks und Trolle als Rasse im Spielerreich anerkannt und spielbar sind. Der Grundgedanke eines Rassenkonfliktes, als zusätzliches Spielpotenzial, wird ad absurdum geführt, wenn der Reichskanzler ein Ork ist…

Neptun hat es eigentlich auf den Punkt gebracht:

„Die Orks und Trolle können dort ja trotzdem böse sein und eine Bedrohung darstellen und damit auch zu einem Zwist führe […]“

Aber wenn man zwischen den Orks hier und den Orks dort unterscheidet, hat dieser Konflikt seinen besonderen Anreiz verloren. Denn auch bei den Alben unterscheiden wir zwischen den Alben hier und den Alben dort, den Menschen hier und den Menschen dort etc…

Der Konflikt mit den Orks sollte sich von diesem Schema F aber gerade abheben. Es sollte kein hier und kein dort geben. Die Idee war, dass es uns auf der einen und die Orks an sich auf der anderen Seite gibt. Nur so ist ein glaubwürdiger Rassenkonflikt, der die Außenpolitik bereichert und sich von dem übrigen Ausland abhebt, möglich.

Nun will ich diesen Konflikt auch nicht auf ewig zementieren. Gut möglich, dass sich die Geschichte dahin entwickeln wird, dass dieser Konflikt eines Tages gelöst werden wird. Dann kann man immer noch über die Einführung dieser Rassen nachdenken…

Aber der Punkt ist, dass dieser interessante Konflikt nie ausgetragen wird, wenn wir von Anfang an Orks und Trolle als spielbare Rassen vorsehen.

Und um ehrlich zu sein, ich habe nicht verstanden, warum wir uns ohne Mühe Not diesen interessanten Konflikt - und die damit verbundenen Storys - abschneiden wollen? Wenn wir ehrlich sind, gab es nie viele Ork- und Trollspieler. D.h. für die meisten Spieler wäre es gar keine Einschränkung, wenn diese beiden Rassen (zu Beginn) nicht spielbar wären. Warum also auf diesen interessanten Handlungsstrang verzichten? Ich persönlich erkenne in der (sofortigen) Spielbarkeit von Orks und Trollen keine spielerischen Vorteile.

Nachteile gibt es hingegen schon…

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am 23. Okt 2009

Kommentare

@ Keleos: welchen Sinn hätte das? Ich glaube kaum, dass in Regionen, wo Zwerge und Alben leben, Orks aufgrund des Brandschatzens und Plünderns (nach bisheriger Beschreibung) überhaupt willkommen wären. Eine irrige Annahme. – Batu am 25. Okt 2009
Wer sagt eigentlich, dass Orks und Trolle unbedingt aus den Clanlanden kommen müssen? Vermutlich gibt es auch in anderen Regionen Orks, wenn auch nicht so viele auf einmal. – Keleos am 24. Okt 2009
@all: Eine durch die Clanlande unbeliebte Minderheit zu verkörpern wird sicher auch einigen Spielern Spaß machen, ich kann da keinen Konlfikt zwischen Clanlande und Orks als Spielerrasse erkennen. – Markus am 24. Okt 2009
@Hochmeister: Selbstverständlich gibt es orkischen Adel. Und natürlich kann es Orks auch inmitten des elfisch-zwergisch-menschlichen Adels geben. - Die Frage ist allein, wie fest man den Gegensatz Clanlande/Reich zementieren und welchen Status man Orks innerhalb der Spielwelt zuweisen möchte. – Benares am 23. Okt 2009
Also um es noch einmal deutlich zu sagen. ich bin für Orks und Trolle als Rassen. Und was die Clanlande betrifft, so war das nur ein Vorschlag und muß so ja nicht bestehen bleiben. Eine andere Geschichte für das Land ließe sich durchaus finden. – Neptun am 23. Okt 2009
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