Der Vorschlag von HiHe, das Reisen im Spiel technisch auch wieder zu geben, ist mir im Grunde auch schon in den Sinn gekommen - primär eben um auch das von HiHe benannte Problem des Sekretär-Wildwuchses einzudämmen.
Dennoch finde ich die Einwendung von Maurakin wichtig: die Briefwahl ist keine Erfindung der Neuzeit.
Dem Spieler, weil er auf Reisen ist, jegliche Interaktionsmöglichkeit mit dem Kronrat zu nehmen, finde ich an dieser Stelle zu rabiat und vor allen Dingen, wenn es sich um einen zahlenden Spieler handelt, an der potentiellen Spielerwerbung völlig am Ziel vorbei. Jegliche Verweigerung von Stimmenabgabe (Wahlen, Anträge, Umfragen) ist kontraproduktiv. Im Grunde soll sich das Spiel ja über die Stimmabgaben quasi aktiv gestalten. Natürlich kann der Spieler, der mit seinem Charakter auf Reisen ist, Berichte aus den Provinzen oder Ländern, in denen er verweilt, zum Besten geben und sorgt damit für Storytelling und Spieltiefe - aber ihm dafür die direkte Spielgestaltung einzuschränken, das wird vermutlich ein Schuß in den Ofen sein.
Die Beschränkungen in Sachen Reden, die finde ich wiederum wirklich gut. Die von Hihe beschriebene Zeitverzögerung ist ein gutes Element und verdonnert die Spieler zu einer Einhaltung der wirklich "chronologischen Geschichenterzählung". Diesen Zwang finde ich umsetzungswürdig.
Aber auch hier ein Einwand, bzw. eine Ergänzung: ich würde gar nicht einen Saaldiener schaffen, der die Reiseberichte verliest, sondern viel mehr eine Art Anschlag oder Schwarzes Brett schaffen. Ein öffentlicher Aushang, an dem die Reiseberichte angeschlagen werden. Im Grunde meine ich damit, dass diese Berichte natürlich auch bei den Beiträgen/Reden auftauchen sollen, aber eben im rollenspielerischen Sinne, eben keine Figur in Form eines Saaldieners den Brief verliest, sondern der Brief schlicht angeschlagen wird und jeder ihn lesen kann. Natürlich sollte eine Kommentierungsfunktion erhalten bleiben, aber ich würde eben davon abrücken, jemand Anderen die Worte des Kronrates verlesen zu lassen - sollen die interessierten Räte doch selber lesen ;).
Auch die "Funktion", dass der Rat, der öfters in ein Gebiet reist und von selbigen berichtet, faktisch zum Experten wird und damit keine Gerüchte, sondern formell Fakten zum Besten gibt, finde ich eine hervorragende Stütze für die Entwicklung von a) Kompetenzen und b) Hintergrundgeschichte und Flair. Gleichzeitig muss man aber auch anführen, dass dadurch natürlich - ähnlich wie damals mit den Konsularbezirken und Konsulen - Claim-Absteckungen vorkommen können. Ich meine damit, dass sich natürlich Kronräte wirklich zu Kompetzen-Kraftprotzen entwickeln können, die ihre Storytelling-Macht direkt gegen die übrigen Spieler richten können.
Vergessen darf man natürlich an der Stelle wiederum nicht, dass ja aber auch genau DAS - Kompetenzmacht auszuspielen - irgendwo immer ein Ziel des Spiels war ;).