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Dies ist die Antwort auf den Beitrag: Lösungvorschlag für die Standesproblematik


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Vorab kurz zwei Anmerkungen zur Religion und den Rassen.

Zur Religion

Wenn man sich für den Ständekonflikt entscheidet, ist eine Religion zwingend. Der Stand des Klerus macht nur Sinn, wenn man auch eine Religion vorsieht. Ohne Religion kein Klerus. Die Betonung liegt dabei auf einer Religion. Es gibt ja auch nur ein "Bürgertum" und nur einen Adel. Würde man den Klerus zersplittern, wäre dieser Stand von Anfang an schwächer als die anderen und diese würde zu einem strukturellem Ungleichgewicht führen. Von daher spreche ich mich für eine Staatseligion aus (was im übrigen auch besser ins Mittelalter passt, als farbenfrohe Vielfalt in Glaubensfragen ;)

Wenn man sich im Gegenzug für eine polytheistische Religion entscheidet, wäre wieder genügend Spielraum für unterschiedliche Störungen und Spielweisen. Die einen würden sich eher den Göttern der Liebe, Gesundheit und Natur zu wenden etc. – um das Storytelling voranzutreiben. Andere würde wahrscheinlich eher den Göttern des Krieges und der Wahrheit ;) huldigen, um Argumente für die politische Auseinandersetzung zu „kreieren“.^^

Ich denke, das Prinzip ist vielfältig und konfliktträchtig. Wie viele und welche Götter man dann vorsieht, dass bleibt sicherlich einer Detaildebatte vorbehalten.

Zu den Rassen

Wenn man die Rassen eher als "Zierelement" des Storytelling versteht, warum nicht... Ich hätte damit kein Problem. Wichtig wäre nur, dass die Rassen keine politische Konkurrenzveranstaltung zu den Ständen wären, denn das würde wahrscheinlich beiden Ideen schaden.

Zu viele Spieler würden sich zu vielen politischen Geschichten widmen, mit der Folge, dass die Spieler politisch nebeneinander und nicht miteinander spielen würden. Das wiederum würde zu spielerischen Stillstand führen. Denn Dynamik entsteht nur dort, wo die Spieler gemeinsam (wenngleich auch gegeneinander ;) an einer Geschichte schreiben.

Aber nun zu den Ständen:

Ich finde die Anregungen von Keleos, Batu und Pierre de Siorac, um den Ständekonflikt anzuheizen, allesamt sehr gut.

Bei dem Vorschlag von Pierre de Siorac sei nur angemerkt, dass mein Vorschlag zunächst keine Stellvertreter vorgesehen hat. Die „Vasallen“ sollten eigentlich erst später und dann auch mehr als Gehilfen, denn als Stellvertreter eingeführt werden. Ziel war es, die Wahlämter bei Spielstart zu begrenzen, um für Spannung bei den Wahlen zu sorgen.

Ich finde den Vorschlag trotzdem gut. Auf jeden Fall sollte man den Ansatz weiter verfolgen aber dazu gleich mehr.

Ich möchte allerdings noch ein wichiges Problem ansprechen, ass der SL aufgefallen ist und welches bisher nicht berücksichtigt wurde:

Ein zahlenmäßiges Ungleichgewicht zwischen den Ständen

Dieses Problem hat im Übrigen auch zur Ablehnung der Standesschranken bei den Wahlen geführt.

Man muss nun kein Hellseher sein, um vorherzusagen, dass nicht alle Stände sich der gleichen Beliebtheit erfreuen werden. Ich stelle einfach mal die kühne These auf, dass wahrscheinlich der Adel sich sehr viel größerer Beliebtheit erfreuen wird, als der Klerus oder das „Bürgertum“. Das ist an sich nicht dramatisch aber es ist auch nicht optimal.

Pierre de Siorac hat mich mit seinem Vorschlag da auf eine Idee gebracht:

Adelstitel wurden im Mittelalter verliehen (oder später erkauft aber das ist eine andere Geschichte ;) Um eine Überfrachtung des Adelsstandes zu verhindern, wäre es doch denkbar, dass man bei Spielbeginn nur zwischen dem Stand des Klerus und dem der Bürger wählen kann. Der König würde dann Adelsprivilegien verleihen (nicht an spezielle Spieler, sondern an den Kronrat allgemein). Die Standesführer würden dann aus den „einfachen“ Mitgliedern des Zweiten und des Dritten Standes die künftigen Adligen ernennen/wählen.

Zur Verdeutlichung folgendes Beispiel:

Zu Beginn besteht der Kronrat aus 15 Spielern. 10 Spieler hätten sich für den Stand der Bürger und 5 hätte sich für den Stand des Klerus entschieden (Adel stand nicht zur Wahl).

Der König (SL) würde nun 5 Adelstitel verleihen - nicht an einzelne Spieler, sondern an den Kronrat. Der König würde dabei zur Bedingung machen, dass nur ein Adliger aus dem Stand des Klerus kommen darf (aber auch muss) und die anderen 4 Adligen müssen aus dem Stand des Bürgertums kommen. Da es bis jetzt nur zwei Stände gibt und eine Einigung zwischen den zwei Standesführern eher Wunschdenken wäre, werden die ersten 5 Adligen von allen Kronräten gewählt.

Damit besteht der Kronrat nach der "Adelswahl" aus 5 Adligen, 4 Pfaffen und 6 Bürgern - also ein relativ ausgeglichenes Verhältnis.

Mit der Zeit (hoffentlich schnell) würde sich die Spielerzahl von 15 auf 25 Spieler erhöhen (also ein Plus von 10 Spielern. 6 der neuen Spieler hätten den Stand der Bürger gewählt, 4 wären Pfaffen geworden.

Jetzt besteht der Kronrat aus 5 Adligen, 8 Pfaffen und 12 Bürgern.

Der König würde nun 3 neue Adelsrechte verleihen (mit der Maßgabe, dass 2 Adlige aus den Reihen der Bürger und einer aus den Reihen der Pfaffen ernannt werden müssen).

Da jetzt alle drei Stände im Kronrat vertreten sind, könnte man diese Entscheidung auf die Standesführer übertragen. Sie müssten sich mehrheitlich auf die 3 neuen Adligen einigen.

Der Kronrat bestünde nach der neuen "Adelswahl" also aus 8 Adligen, 7 Pfaffen und 10 Bürgern.

Denken wir uns jetzt den umgekehrten Fall. Der Kronrat verliert vorübergehend 5 Spieler und es gibt nur noch 20 Kronräte. Dabei hätten 4 Bürger und 1 Pfaffe den Rat verlassen.

Damit bestünde der Kronrat jetzt nur noch aus 8 Adligen, 6 Pfaffen und 6 Bürgern.

Der König würde dem Kronrat nun ein Adelsrecht entziehen, um ein Übergewicht des Adels zu vermeiden. Die Standesführer müssten nun durch mehrheitlichen Beschluss entscheiden, welcher Adlige seine Adelsprivilegien zurückgeben muss. Der betroffene Spieler könnte ja dann entscheiden, ob sein Char zu seiner Familie und seinem bürgerlichen Leben zurückkehrt oder ob er ins Kloster geht und sein Leben den Göttern widmet ;).

Das Ganze hat meines Erachtens zwei Vorteile:

  • Es bringt Spannung in den Ständekonflikt und beflügelt das Storytelling. Jeder Char müsste sich in seinem Stand hervortun und aktiv einbringen, um eine Chance auf die Ernennung in den Adelsstand zu erhalten. Nach der Ernennung könnte er seinem Namen einen Adelstitel hinzufügen. Vielleicht werden diese Titel auch als Zeichen einer Rangfolge von der Adelslobby festgelegt? Jedenfalls sollte man auch nach der Ernennung den Zweiten und Dritten Stand nicht ganz außer Acht lassen, da in schlechten Zeiten die Standesführer von Klerus und Bürgern einem die Adelsprivilegien auch ganz schnell wieder entziehen können.

  • Die SL (der König) könnte für ein gewisses Gleichgewicht zwischen den Ständen sorgen. Die SL könnte je nach Spielerzahlen Adelsprivilegien an den Kronrat verleihen oder aber diese auch wieder entziehen. Damit könnte man ein zahlenmäßiges Gleichgewicht zwischen den Ständen erreichen und für ständige Dynamik im Spiel sorgen.

Übrigens, wenn das Problem des zahlenmäßigen Ungleichgewichts zwischen den Ständen behoben ist, steht eigentlich auch den Standesschranken bei den Wahlen nichts mehr entgegen…aber das nur eine Anmerkung…^^

Technische Änderungen wären eigentlich nicht veranlasst. Mit den normalen Lobbies und Wahlen könnte man diese Idee ganz einfach in das Spiel integrieren.

Was haltet ihr von dem Vorschlag? Was hält die SL von dem Vorschlag?

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am 11. Okt 2009

Kommentare

Religion findet meine Zustimmung. Die Standesvergabe wiederum nicht. Natürlich könnte der Adel überrepräsentiert sein, aber die haben ja auch eher das Geld, im Kronrat vertreten zu sein. Mir fällt dato keine geeignete Lösung ein, aber in der Form finde ich es leider eher unbrauchbar. – Batu am 12. Okt 2009
Stimme Keleos bei beiden Punkten zu. Zwei Beispiele für polytheistische Staatsreligion z.B. altes Griechenland, Römisches Reich. Wechsel zwischen den Ständen sollte möglich sein und bringt sicher auch wieder Sprengstoff. Evtl. zustimmungspflicht für den Standeschef. – Markus am 11. Okt 2009
Erst mal schnell Religion: Staatsreligion ja, polytheistisch JA! Denn beides schließt sich doch nicht automatisch aus! Ständevergabe durch den König finde ich kritisch, weil es die SL viel Zeit (und Diskussionen) kosten wird. Wobei ein Wechsel auf freiwilliger Basis durch König möglich sein sollte. – Keleos am 11. Okt 2009
Das würde aber ja die Idee ad absurdum führen, dass der Adel im Kronrat den Adel in der Spielwelt repräsentiert. Es wären statt dessen einfach nur verdiente Kronräte, also im Prinzip schon besser als die anderen 2 Stände. Damit kann ich mich nicht anfreunden. – Markus am 11. Okt 2009

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