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Dies ist die Antwort auf den Beitrag: Thema Zeit und Verfassung


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Ich denke Jakob hat sich in Bezug auf die angesprochene Zeitangabe auf die Real Life Sphäre bezogen und meint insoweit wohl 3 Real Life Monate. 3 Wochen Real Life erscheinen mir in der Tat zu kurz um sinnstiftend politische Gestaltungsspielräume auszunutzen.

Unstrittig ist sicherlich, dass der Rat dazu neigt sich selbst Posten zu schaffen, sollten nicht genügend Posten verfassungsmäßig vorgesehen werden. Hierin sehe ich jedoch eine nicht unerhebliche Gefahr für die Spielbalance. Sämtliche Entscheidungen nämlich die In Game zu einer Ämterinflation führen orientieren sich naturgegebenermaßen nicht an Spielbalancemaßstäben, sondern sind meist machpolitisch motiviert und damit nicht zwingend ein Produkt der Vernunft.

Das ist auch der Grund, weshalb in Kronrat 2 auf ein Korrektiv in Form von Markgrafen (also Mittelsmänner zwischen den Provinzregierungen und der Kronratsregierung) verzichtet wurde. Hier haben gewisse Spieler aus verständlichen Motivationen heraus ihren machtpolitischen Einfluss genutzt und sich selbst zu Landesfürsten erhoben. Der Spielbalance – auch um die daraufhin folgenden Szessionstendenzen der Landesfürsten zu verhindern – wäre jedoch eine Regelung wie in Kronrat 1 deutlich zuträglicher gewesen. Diese ratsinternen und machtpolitisch motivierten Entscheidungen haben letztlich zu einem Versiegen der Spieler geführt und schlussendlich das Spiel komplett vernichtet.

Hierin lässt sich eben sehr gut erkennen, dass eine minimale Verfassung und möglichst geringe Vorgaben, die anschließend spielintern austariert werden müssen, beiweitem nicht auf Vernunftsüberlegungen und Spielbalanceüberlegungen fußen, sondern eben (und hier kann man keinem Spieler einen Vorwurf machen, immerhin ist das hier Spielzweck) eben meist machtpolitische Züge tragen.

Ich entsinne mich noch an die Stimmen Vieler, die gerade auch die Spielleitung für das Scheitern des KR2 verantwortlich machten. Hier war die Rede von zu wenigen Vorgaben und einem faktischen Machtvakuum, dass schlussendlich von vielen Spielern dazu genutzt wurde sich Gesetze zu schaffen, die schlussendlich aber der Spielbalance schlicht entgegenliefen und einem asymmetrische Machtgefüge vorschub leisteten; ein Machtgefüge, dass schließlich dem Spiel keineswegs zuträglich war.

Vor dem Hintergrund würde ich eben sehr deutlich nochmals die aktuell zur Debatte stehende Form der Verfassung überdenken; zumal auch die Story-Telling Säule des Spiels bislang gänzlichst stiefmütterlich behandelt wurde. Ein Einbeziehen der Story-Teller ist allein schon aus Massengesichtspunkten wünschenswert. Eben just diese symbiotische Struktur – Storytelling und Politik – ist es letztlich was den Kronrat einzigartig macht. Hier auf den Story-Telling Aspekt zu verzichten, hieße auf 50% der Spieler zu verzichten.

Stichwort Story-Telling Kompetenz: Ich kenne die Probleme und durfte das teils platzhirschhafte Verhalten so manches Markgrafen und dann Später Konsuls sehr deutlich auch am eigenen Leibe erfahren. Dennoch hatte auch diese Story Telling Hoheit ihre Grenzen. Ich erinnere hier nur an die durch Jaxom forcierte Abspaltung seiner ihm unterstehenden Provinzen. Hier und in vielen anderen Fällen wurde den Konsulen bzw. Markgrafen ganz deutlich vom Rat die Grenzen aufgezeigt. Wenn ich also von Story-Telling Hoheit spreche, so ist damit keine zwingende Gesetzmäßigkeit gemeint, die letztlich jede Aussage des Markgrafen zu einem unumstößlichen Faktum machen. Story-Telling Hoheit meint de facto nur nur, dass die Person (also die Markgrafen) in Ihrer Funktion als Mittler zwischen Rat und Provinzregierung ein naturgegebenes Recht – eingedenk seiner amtsbedingten Nähe zu den Machthabern der Provinzregierung - darauf hat über Entwicklungen aus den Provinzen zu berichten. Das freilich auch andere hier zum Zuge kommen können – darauf muss jedoch nachdrücklich Wert gelegt werden, könnte aber zum Teil auch systemimmanent durch die Besetzung von Staatssekretärsposten ermöglicht werden.

In diesem Zusammenhang fällt richtigerweise immer ein absolut berechtigter kritischer Einwurf: Ein Markgraf könnte ja inaktiv werden und auch seine Staatssekretäre (die sich meist aus dem Lager der politischen Verbündeten rekrutieren) müssen nicht zwingend auch die kompetentesten sein.

Das ist natürlich ein berechtigter Einwand und jeder Spieler dürfte solche oder ähnliche Erfahrungen – sei es in KR1 oder KR2 – gemacht haben. Auch das bereits thematisierte kurze Aufbäumen der alten Machthaber, meist einhergehend mit dem kurzen Halten einer Rede und dem dann anschließenden erneuten verschwinden ist mir allzu bekannt. Vor diesem Hintergrund erscheint es angebracht die Verfassung um die Notwendigkeit einer regelmäßigen und mehrfachen Rechenschaftspflicht für sämtliche Amtsträger zu erweitern. Auch die Möglichkeit für den Rat einen Amtsträger per Misstrauensvotum aus dem Amt zu heben muss als legitimes Druckmittel jedem einzelnen Kronrat eingeräumt werden. Auch das Instrument der kleinen parlamentarischen Anfrage sollte in diesem Kontext noch hinzugefügt werden. Fakt jedenfalls ist: Solche Überlegungen können wir gerade hier und jetzt noch ohne politischen Druck ausdiskutieren und notfalls in die Verfassung aufnehmen. Sobald jedoch das Spiel gestartet ist, geht es nicht mehr um Faktoren wie Spielbalance und Fairness – dann dominieren machtpolitische Kausalitäten und so ist es nicht ausgeschlossen, dass aus machtpolitischen Antrieben der Kronrat ein weiteres mal – ungeachtet der negativen Aspekte hinsichtlich der Spielbalance – in eine falsche Richtung strebt und wie KR2 endet. Insoweit sehe ich es als schlichtweg notwendig an, dass wir zumindest eine solide und fundierte Verfassung besitzen. Die Direktorenlösung strebt hier aus meiner Sicht in eine falsche Richtung (zumindest so wie ich Sie verstanden habe); Deine Interpetation von Jacobs Verfassung (alle drei Monate werden die Direktoren komplett neu gewählt), Chaos Engine, jedoch kann ich schon eher vertreten. Dennoch sollte man sich noch weiterführende Gedanken über die Verfassung machen. Ich sehe hier speziell in Bezug auf den bislang stiefmütterlich belassenen Story-Telling Aspekt und auch die etwas freudlose Direktorenlösung noch erhebliches Verbesserungspotential. Gleichzeitig will ich aber auch nicht ausbremsend wirken. Wenn der Verfassungsvorschlag von Jakob Konsens ist, dann will ich mich hier bewusst nicht querstellen. Der Standpunkt jedoch, dass man ja mit einem groben Grundgerüst starten könnte, hat gerade den KR2 binnen kürzester Zeit sehr schnell in die falsche Richtung streben lassen. Ich möchte nicht, dass dieser Fehler wiederholt wird und plädiere insofern für zumindest eine ordentliche Verfassung und solide Rahmenbedingungen.

Kommentare

Also ich hatte es bisher so verstanden, dass alle 3 Wochen Wahlen EINES Direktorpostens (von 5) stattfinden und zwar immer desjenigen, der am längsten im Amt ist. Das wären dann 5 mal 3 = 15 Wochen Amtszeit pro Direktorposten. Und es gibt ja sicher noch weitere Ämter. – Markus am 09. Okt 2009
Eine Häufung von Wahlen könnte man, wie Sidious vorschlagen hat, auch über die Stände erreichen. Ich finde das Konzept nach wie vor gut. Die Einwände, dass ohne klare Regelung der politischen Grundfesten des Landes, ein Kollaps wie in KR 2 möglich ist, teile ich ebenfalls! – Batu am 08. Okt 2009
Es waren eigentlich schon drei wochen oog gedacht... – Jakob am 23. Sep 2009
Das Problem beim KR2 war, dass es gar KEIN Grundgerüst gab, sondern dies bereits von Spielerinteressen geprägt wurde. Dort war noch nicht mal klar ob es ein oder mehrere Länder geben wird... – Maurakin am 22. Sep 2009

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09. Okt '09