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Hallo Liebe Kronratsspieler,

wenn man sich die letzten Beiträge ansieht, so lässt sich eines ganz gut erkennen: Viele Weichen für den bevorstehenden Start des Spiels wurden bereits gestellt und auch von technischer Seite befindet sich das Spiel auf einem absolut richtigen Weg. Die neuen Updates von COM zeigen das recht eindrücklich.

Wir haben eine Verfassung, wir haben eine Regelung hinsichtlich der Rassenfrage gefunden und auch bezüglich der Magiefrage konnte eine passable Lösung gefunden werden. Damit sind sicherlich die absolut relevanten Grundlagen auch zur allgemeinen Zufriedenheit einer Regelung zugeführt.

Statt jedoch nun – auch angesichts der nicht geringen Bemühungen der vergangenen Tage – den Start des Spiels abzuwarten, sollten wir uns thematisch einem Aspekt annähern, der bislang nur unzureichend thematisiert bzw. problematisiert wurde.

Ich spreche von der Provinzfrage.

Hier sehe ich nämlich einen ganz konkreten Klärungsbedarf.

Die Beiträge der Spielleitung zu den Provinzen gehen ganz eindeutig in eine Richtung: Der neue Kronrat soll weniger föderal organisiert sein, als seine Vorgänger. Wenn man so will, könnte man von einem zentralistisch geprägten Element sprechen, dass den neuen Kronrat letztlich ganz erheblich auszeichnen und auch von den anderen Kronräten unterscheiden soll.

So wird es auch keine Konsule oder Markgrafen aus den Reihen der Kronräte geben. Gerade die hiermit einhergehende Storytellingmacht hat nicht selten so manche gute Story im Keime erstickt und letztlich zu einem gewissen Konsens darüber geführt, dass ganze Provinzen (und die damit einhergehende Storytellingmacht) nicht mehr so einfach in den politischen Einflussbereich eines einzelnen Spielers überführt werden dürfen.

Dennoch sind die bislang getroffenen Regelungen erstens weder verfassungsrechtlich wirklich fixiert, noch hat man sich wirklich deutlich und dezidiert mit den Provinzen als solches auseinandergesetzt.

Halten wir fest: Der neue Kronrat soll laut Spielleitung eher einer Zentralregierung ähneln. In der Verfassung wird jedoch von Provinzen gesprochen. Dies ist an sich kein Problem. Dennoch muss geklärt werden, welchen politischen Einfluss die Provinzen auf den Kronrat nehmen dürfen. Auch muss geklärt werden, ob die Provinzen durch NPC Fürsten (NPC Grafen, NPC Oberclanchefs oder wie auch immer) vertreten werden, oder ob diese Provinzen eben nur eine geographische Orientierungsfunkton erfüllen ohne machtpolitischen Einfluss auf den Kronrat und ohne eigenen NPC Fürsten.

Gibt es diese NPC Fürsten doch, so muss geklärt werden welche Wechselwirkungen erwünscht sind und welche nicht. Denn: Sobald es NPC Fürsten gibt, wird es auch Spieler geben, die sich durch geschickte und interessante Storys entweder zu Verwandten, Freunden oder Gefolgsmännern dieser NPC Fürsten machen und dann hieraus – quasi indirekt – eine Storytellinghoheit für die jeweilige Provinz für sich ableiten.

Hier muss die Spielleitung abwägen, ob dies erwünscht ist und wie konkret die Wechselwirkungsbeziehungen strukturiert sein sollen.

Natürlich könnte man sich auch gegen diese Provinzfürsten aussprechen. So wird dann kein Spieler dazu in der Lage sein irgendwie ein Verhältnis zu einem Provinzfürsten zu konstruieren. Dies wiederum würde dazu führen, dass hieraus dann wiederum kein Spieler ein Machtverhältnis für sich ableiten kann. Gibt es jedoch keine Provinzfürsten – was natürlich der zentralistischen Struktur des Landes eher entsprechen würde – so darf dennoch eines nicht vergessen werden: Auch komplett zentralistisch geführte Länder verfügen zumindest über Kommunalverwaltungen. Insoweit die Frage: Gibt es Nicht-Spieler-Charaktere, die in irgendeiner Form in einer Provinz als Graf, Landeshauptmann, Fürstbischof oder wie auch immer agieren, oder will man komplett auf Provinzfürsten verzichten. Wenn man jedoch auf Provinzfürsten (NPC, versteht sich) verzichtet, will man dann auch auf eine Kommunale ebene verzichten?

Aus meiner Sicht gibt es drei Möglichkeiten, wie man die Provinzfrage einigermaßen professionell angehen kann. Ich will diese mal kurz – unter Nennung der Vorteile aber auch der entsprechenden Nachteile – darlegen.

1.Das Reich als zentralistischer Staat

Eigenschaft: Es gibt keine Provinz, keine Kommune, die nicht vom Kronrat beeinflusst werden könnte. Sämtliche NPC Kommunalgouverneure vor Ort können durch den Kronrat eingesetzt, gelenkt und abgesetzt werden. Das Land ist komplett zentral strukturiert und jeder Mitarbeiter in einem Landstrich bzw. einer Kommune ist schlicht dem Kronrat verpflichtet.

Nachteile:

  • Provinzen entwickeln möglicherweise keinen eigenen Charakter und unterscheiden sich nicht
  • Keine storyaufwertenden Provinzkonflikte (Neuwahl eines Kronratkritischen NPC Provinzfürsten etc.)

Vorteile:

  • hohe Gestaltungsmöglichkeiten für den Kronrat
  • keine Provinzfürsten NPC, die von Spielern übernommen werden können
  • keine Provinzprobleme und Konflikte über Einflussmöglichkeiten

2.Das Reich als Föderatives System

Eigenschaft: Es gibt Provinzen und Provinzfürsten. Die Provinzen und Provinzfürsten verfügen über eine gewisse Freiheit, unterstehen jedoch dem Kronrat. Kurzum: Die Struktur von Kronrat 1 nur ohne die Mittelsmänner aus Kronrat 1 (also Konsule, Markgrafen)

Nachteile:

  • Spieler können sich eine Storytellinghoheit herbeischreiben und indirekt Einfluss auf den NPC Provinzfürsten gewinnen.
  • Provinzfürsten drohen mit Abspaltung (geht einher mit Nachteil 1).

Vorteile:

  • Provinzkonflikte und gute Storys möglich (Erbfolgestreitigkeiten in einer Provinz etc.)
  • Provinzen unterscheiden sich voneinander bzw. erhalten ein Alleinstellungsmerkmal

3.Das Reich als Föderatives System mit einem stärkeren Blick auf die Kommunen

Eigenschaft: Es gibt zwar Provinzen; diese dienen jedoch nur der Orientierung. Provinzfürsten gibt es keine. Stattdessen gibt es viele kleine Grafschaften, freie Städte, Baronien etc. die in gewissen Grenzen frei agieren können. Quasi also eine Art Flickenteppich mit vielen unbedeutenden mal monarchistischen-feudal, mal monarchistisch-absolutistisch, mal demokratisch, mal basisdemokratisch, mal klerikal orientierten Grafschaften, Bistümern (oder wie auch immer sie heißen mögen).

Nachteile:

  • Jeder Spieler sucht sich eine Baronie, eine freie Stadt oder eine Grafschaft und spielt dort vor sich hin. Kein Miteinander oder Gegeneinander, sondern ein Nebeneinander her.
  • ??

Vorteile:

  • Wenn ein Spieler sich eine Storytellinghoheit herbeischreibt, dann hat diese keinen großen Einfluss auf das Spielgeschehen. Immerhin wären die Spieler dann nur Verwandt oder Verschwägert mit dem Baron einer kleinen Baronie; der Gestaltungsspielraum, aber auch das Erpressungspotential des Spielers dem Kronrat gegenüber wäre daher gering.
  • Provinzen könnten ihren eigenen Charakter entfalten
  • Ermöglicht gute Storys für Provinzkonflikte (Streitigkeiten zweier Barone, Heiratspolitik)
  • Die Storys haben keinen großen Einfluss auf den Kronrat oder das Land. (Macht und Bedrohungspotential sind bei einer kleinen Grafschaft geringer, als bei einem Fürsten, der gleich über eine komplette Provinz verfügt und diese bei Verhanldungen oder Abspaltungsphantastereien in die Waagschale wirft).

Das sind auf den ersten Blick die drei Lösungsansätze die ich sehe. Uns muss jedoch in jedem Fall klar sein, dass die Provinzen von vielen Räten auch als machtpolitisches Instrument gesehen werden. Insoweit erscheint es nur folgerichtig, sich bereits jetzt schon im klaren zu sein, welche Wechselwirkungen womöglich auf uns zukommen könnten. Vor diesem Hintergrund auch eine Frage sowohl an die Spielleitung, als auch an die anderen Spieler: Habe ich bei der Aufzählung der Vorteile und Nachteile wichtige Aspekte vergessen? Habe ich gar eine komplette Ausgestaltungsvariante übersehen? Welches System findet Euren Zuspruch? Welches System findet den Zuspruch der Spielleitung? Will man überhaupt dieses Thema diskutieren bzw. sieht Diskussionsbedarf? Gibt es Alterntaiven usw. usw.

Mit freundlichen Grüßen

PdS

Kommentare

Es ist übrigens auch hier nicht zu vergessen, dass wir eine SL haben werden. Diese müsste natürlich dann auch einschreiten, wenn jemand an den Spielregeln vorbei plötzlich familäre Bande zu einem Provinz- oder Regionsvorsteher herbeischreibt. Denn das wäre m. M. nach das gleiche, wie beim Ausland... – Maurakin am 11. Nov 2009
Joa, siehe Markus. Es geht nicht darum, neue Ämter zu schaffen, sondern um den logischen Aufbau eines Staates. Da gibt es nun einmal Zwischenebenen, da ansonsten der Kronrat für jeden Knick im Land selbst zuständig wäre (was nicht heißt, dass der Knick nicht auf die Tagesordnung kommen dürfte^^). – Maurakin am 10. Nov 2009
Das Einführen von Provinzen scheitert eben nicht an fehlender Spielerzahl für Ämter. Offizielle Provinzämter sollten meiner Meinung nach ohnehin von NPCs besetzt sein über die jeder schreiben kann. Bundestagsabgeordnete sind in der Regel auch keine Ministerpräsidenten nebenher. – Markus am 10. Nov 2009
Ein föderales System erscheint logisch. Aber: zu Beginn scheitert die Einführung von Provinzämtern an der Spielerzahl. Vorgesehen sind 5 Reichsämter. Im Gespräch waren 5 bis 20 Provinzen. Summa summarum gäbe es also 10 bis 25 Ämter. Bei vielleicht 15 bis 20 Spielern zu Beginn wäre das unrealistisch. – Lord Sidious am 10. Nov 2009
Puren Zentralismus heiße ich auch nicht gut, dann fehlen die Länder als Machtinstrument Einzelner völlig. Variante 3 klingt sehr interessant, weil sie den angesprochenen Machtaspekt zugunsten mehr kreativer Gestaltung reduziert - aber natürlich Aneinander-Vorbeischreiben begünstigt. 2 oder 3 m.M.n.! – Benares am 10. Nov 2009
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