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Ich bin ebenfalls der Auffassung, dass die neue Verfassung nicht nur ein grobes Rahmengerüst sein sollte. KR 2 hat gezeigt, dass eine solche Minimallösung (wahrscheinlich) nicht funktionieren wird. Jedes Spiel braucht ein solides Regelwerk, um auch langfristig zu funktionieren. Kronrat bildet da keine Ausnahme. Andererseits soll das Spiel für jeden interessant sein. Ein - was weiß ich wie viele Seiten umfassendes - Regelwerk mit der Überschrift „Verfassung“ schreckt da wahrscheinlich eher ab, als dass es Spieler begeistert anlockt.^^ Die Frage ist also, wie schafft man die richtige Balance zwischen Komplexität und Verständlichkeit?

Ich würde vorschlagen, dass man die Verfassung klar in einzelne Abschnitte gliedert. Wer zu einer bestimmten Frage eine Antwort sucht, sollte nicht erst alle Artikel/Paragraphen durchlesen müssen, um nach einer halben Stunde festzustellen: „Das was ich suche, steht ganz hinten…“ Rein hypothetisch könnte eine Gliederung wie folgt aussehen:

Präambel

Hier könnte man einen Bezug zur Hintergrundgeschichte herstellen und kurz in das Regelwerk einleiten.

I. Von den Reichslanden

In diesem Abschnitt könnten mindestens zwei Punkte geregelt werden:

  1. Die Spielwelt sollte präzise festgelegt und beschrieben werden. Es sollte klar werden, dass nur das hier beschriebene Gebiet bespielt werden darf. Keine Erweiterung ohne die SL.

  2. Es sollte klar und definitiv festgelegt werden, dass kein Gebiet abgespalten werden kann oder austreten darf.

II. Von den Reichsbürgern

Hier könnten auch mindestens zwei Punkte klargestellt werden.

  1. Jeder Spieler hat den Status eines „Reichsbürgers“. Ein „Umzug ins Ausland“ ist (ohne die Erlaubnis der SL) nicht möglich.

  2. Jeder Spieler/Reichsbürger ist automatisch Mitglied des Kronrats.

III. Von den Reichsgewalten

Dieser Abschnitt könnte einen kurzen allgemeinen Teil enthalten und dann spezielle Unterabschnitte zu den einzelnen „Reichsgewalten“.

  1. In dem Allgemeinen Teil könnten zunächst alle Reichsgewalten aufgezählt werden (z.B. Kronrat, König/Direktorat, Markgrafen und Gericht). Es sollte ebenfalls klargestellt werden, dass jede Reichsgewalt an diese Verfassung gebunden ist. Es muss klar sein, dass jede dieser „Gewalten“ die Verfassung (und damit das Regelwerk) verteidigen muss und nicht selbst dagegen verstoßen darf. Sanktionen für den Fall der Zuwiderhandlung sollten ebenfalls festgelegt werden. Gegebenenfalls könnte man noch die Erlaubnis einführen, neue Ämter bei Bedarf zu schaffen.

  2. In dem Ersten Unterabschnitt könnte man sich mit dem Kronrat beschäftigen. Es muss klar sein, dass der Kronrat – und nur der Kronrat – die oberste Instanz ist. Es sollte klargestellt werden, dass der Kronrat durch Gesetze und Wahlen herrscht. Auch die Möglichkeit eines Misstrauensvotums sollte bedacht werden, für den Fall, dass Amtsinhaber inaktiv werden oder sonst unliebsam sind.^^

  3. In dem Zweiten Unterabschnitt könnte man sich mit dem König/Direktorat beschäftigen. Man sollte seine Amtszeit festlegen, sowie die Möglichkeit einer Wiederwahl vorsehen oder eben ausschließen. Auch seine Aufgaben sollten von denen des Kronrates deutlich abgegrenzt werden.

  4. In dem Dritten Unterabschnitt könnte man sich mit den Markgrafen beschäftigen. Hier sollte man grundsätzlich diesselben Fragen klären wie im Unterbaschnitt König/Direktorat.

  5. In dem Vierten Unterabschnitt könnte man sich mit der Gerichtsbarkeit beschäftigen. Man kann das Ganze entweder wie für die Markgrafen bzw. den König regeln oder aber man überträgt die Gerichtsbarkeit der SL. Diese Option hat durchaus Vor- und Nachteile, darüber könnte man ja mal diskutieren.

Schlussbestimmungen

Hier könnte man festschreiben, ob und gegebenenfalls wie man diese Verfassung ändern kann. Ich persönlich würde eine unveränderliche Verfassung bevorzugen. Allein die SL sollte das Recht haben, die Spielregeln zu ändern. Wenn die Spieler IG ihre Regeln selbst festlegen können, führt dies – gerade in einer Politiksatire – nicht unbedingt zu „objektiven“ und „nutzbringenden“ Ergebnissen. Das Wohl aller (sprich das Wohl des Spiels selbst) genießt da wahrscheinlich nicht die oberste Priorität…Politik und Machtkalkül dürften da wohl eher im Vordergrund stehen.

Soweit vielleicht meine Anregung zur Gliederung. Wie gesagt, das Ganze ist kein Vorschlag sondern nur ein mehr oder weniger gelungenes Beispiel für eine Gliederung. Ich habe zum Spaß mal einen gesamten Verfassungsentwurf nach dieser Gliederung erstellt. Dieser umfasst knapp 2 ½ A 4 Seiten. Das ist sicherlich noch zu viel - ganz klar - aber es zeigt, dass auch eine ausführlicher Verfassungstext nicht uferlos sein muss.^^

Eines vielleicht noch, ich weiß nicht wie ihr das seht aber ich würde vorschlagen, auf Begriffe wie Verfassung, Legislaturperiode, Staatssekretär und ähnliches zu verzichten und mehr oder minder in mittelalterlicher Sprache zu schreiben. Der Kronrat spielt im Mittelalter, der Atmosphäre wäre es sicher zuträglich, wenn man all diese modernen oder aber antiken Staatsbegriffe durch mittelalterliche Synonyme ersetzt (statt von einer Verfassung könnte man von einer Reichsbulle sprechen, statt von einem Staatssekretär von einem Kammerherr, statt von einem Gerichtshof von einem Reichstribunal und so weiter und sofort…).

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am 23. Sep 2009

Kommentare

Guter Ansatz - mehr als ein Ansatz! Die Länge und Ausführlichkeit der Verfassung ist nicht wichtig - wer zu faul ist 3-5 Seiten zu lesen und mit zu denken, der kann Kronrat ohnehin nicht sinnvoll spielen, also lieber genau definiert. Aber es muss auch der KR gewisse Gestaltungsmöglichkeiten haben... – hihe am 26. Sep 2009
Das Problem bei KR2 war nicht, dass es zu ungenaue Regeln gab, sondern dass es GAR KEINE Regeln gab. Alle Regeln kamen "aus dem Spiel heraus", also bereits durch Spielerinteressen geprägt... – Maurakin am 24. Sep 2009
Gut durchdacht! Jetzt sind die "Juristen" gefragt, aus dem Vorschlag eine echte Verfassung zu machen. Den letzten Absatz kann ich fett und zweifach unterstreichen! – Keleos am 23. Sep 2009
Das sieht doch mal schön aus! – Christian am 23. Sep 2009

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26. Sep '09