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Dies ist die Antwort auf den Beitrag: Spieldynamik im Zusammenhang mit Spieldynamik und Spielleitung


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Da hat Batu ja nun meinen Nerv getroffen - Metaphern finde ich großartig...;) Also bleiben wir doch gleichbei genau jener Metapher.

Also Fußball. Ich gehe vollkommen konform damit, dass Fußball Regeln benötigt. Ohne die Regeln kann das Spiel nicht existieren. Auch dass das Feld gewisse Grenzen benötigt, sehen wir am Beispiel KR2 recht deutlich, da es ansonsten keine Notwendigkeit zum Zusammenspiel mehr gibt.

Die Regeln sind die Verfassung. Das Feld ist das eine Land.

So weit zu den Eindeutigkeiten, wenigstens aus meiner Sicht.

Jetzt kommen wir zum Spielziel. Beim Fußball ist es Tore schießen. Analogie im Kronrat sind die Punkte oder die Ämter oder die Medaillien (neu^^) oder einfach nur an der Community teilnehmen. Da wird es beim Kronrat nämlich schon deutlich verzwickter als beim Fußball.

Doch welche Rolle spielt die Story da?

"Schöne Körpertäuschung und noch ein Übersteiger, Flanke, Fallrückzieher, TOOOOOOOOOR!"

DAS ist eine Story in einem Fußballspiel. Im Kronrat sieht das nicht viel anders aus. Die Akteure bestimmen mit ihren Aktionen, wie die Story läuft. Ich denke auch an der Stelle wird mir hoffentlich niemand widersprechen.

Und welche Rolle nimmt die Hintergrundstory ein? Ich kann mir keine sinnvolle Analogie vorstellen. Soll das was sein wie "das Fußballspiel findet hauptsächlich auf der rechten Außenbahn statt!" Oder "nur Stürmer schießen Tore!"? Ich glaube jeder kann sich vorstellen, dass ein solches Spiel ein anderes als ohne die Hintergrundstory wird, aber wird es deswegen besser oder abwechslungsreicher? Ich kann mir das nicht vorstellen. Selbst wenn ich mir etwas offeneres vorstelle wie "wenn das Spiel auf der rechten Außenbahn stattfindet, dann wird mit dem linken Fuß gepasst" würde das Spiel nicht wirklich besser machen, sondern bestenfalls anders.

So, jetzt sagen ja alle, dass es ja keine Regel wird, sondern nur eine Hintergrundstory. Klar. Verstanden. Aber entweder die Hintergrundstory hat Bestand und wird (womöglich mit Hilfe der SL) festgeschrieben, dann wird sie zur Regel. Die andere Möglichkeit ist, dass sie nicht festgeschrieben wird. Dann ist sie ein Muster ohne Wert, denn ob sie beachtet wird oder nicht, hat keine Auswirkungen. Die dritte Möglichkeit wäre eine laufende Anpassung der Hintergrundstory an die laufenden Entwicklungen. Dafür ist eine aktive SL notwendig, die die Story mitverfolgt, neutral bewertet und sie dann bei Bedarf anpasst. Diese letzte Option ist sicher die schönste der Optionen, aber sie steht solange nicht zur Auswahl, bis Christian andere Aussagen als die bisherigen zu dem Thema verlautbaren lässt.

Von daher bleiben die ersten beiden Optionen. Die erste möchte ja keiner, so wie ich das verstanden habe. Und die zweite ist in meinen Augen relativ sinnlos undn wird zu genau der Situation führen, die so oft als Einsteigerunfreundlich angeführt wird: es gibt eine Hintergrundstory, diese wird aber nicht aktualisiert und dementsprechend wird der geneigte Neuling erst einmal mit sinnlosen Informationen gefüttert, die ihn mit Schwung gegen die Wand fahren lassen.

It´s not a feature, it´s a bug... ;)

Der Dreh- und Angelpunkt ist die SL. Gehen wir mal einen kurzen Moment davon aus, dass es doch eine SL im herkömmlichen Sinne geben soll und es findet sich auch jemand der sich wirklich bereit erklärt, alles mitzulesen und sich der Pflege der Hintergrundstory anzunehmen, ohne am Spiel selbst teilnehmen zu dürfen...

Wer sagt euch denn dann, dass diese SL nicht irgendwann doch die Lust verliert und sich niemand findet, der die Nachfolge antreten möchte? Wieder eine mögliche Sackgasse!

Also wenn ihr mich fragt, sind das zu viele wenns und abers und andere Eventualitäten bis hin zur Sinnhaftigkeit einer Hintergrundstory...

Aber gut, wenn ihr meint, dass wir so planen sollten, als wenn all diese wenns und abers nicht da wären, ok. Macht mal. Ich hab darauf keine Lust die Energie spare ich mir lieber für das Spiel selbst auf...^^

Noch ein paar Worte zum Thema "Demokratisierungs-" und "Futurisierungswelle". Wenn der Kronrat in diese Richtung wieder geht und dies innerhalb der Verfassung tut, sehe ich keinen Grund, dem Kronrat eine solche Entwicklung vorzuenthalten. Manche Entwicklung im Kronrat wird vielleicht nicht allen gefallen, aber sie deswegen von vorneherein regeltechnisch oder quasiregeltechnisch auszuschließen, halte ich für den falschen Weg (und zähle ich in gewisser Weise in den Bereich der "Claimabsteckung").

Einen hab ich noch: Pen&Paper-Welten. Wie richtig angemerkt wurde, sind diese Welten oft sehr detailliert beschrieben und es werden auch detailliert geschichtliche Fakten aufgelistet. Aber: der Kronrat hat deutliche Unterschiede aufzuweisen. Hier muss jeder Spieler ein Teil der SL sein bzw. im Idealfall sollte dies das Gefühl beim Spielen sein. Denn: Jeder kann in einer Rede sowohl Versuch als auch die Wirkung festlegen. Im P&P ist es so, dass der Spieler den Versuch bekanntgibt und die SL die Wirkung bekanntgibt. Das kann im Kronrat so auf jeden Fall nicht sein und wenn man versuchen würde, das zu implementieren, würde es das Wesen des Kronrates immanent ändern und diesen unspielbar bzw. unleitbar machen.

Auch auf Grund dieser Situation, dass jeder Spieler zu einem Teil selbst den Part einer SL im klassischen Sinne übernimmt, ist eine starre Hintergrundstory nicht haltbar. Denn auch die Spielleitung eines klassischen P&P nimmt sich, mal mehr mal weniger, die Freiheit, Dinge der "vorgeschriebenen" Welt zu ändern, anzupassen oder zu alterieren. Ich denke, dass diese Freiheit der Analogie entsprechend und immer nur dann, wenn es Konsens im Rat ist, auch den Spielern zustehen sollte. Denn ansonstens wird dem Kronrat ein großer Teil seiner theoretischen Möglichkeiten genommen.

Ist der Text jetzt explodiert? Ich glaube, auch dieser Text liegt noch weit unter den Maximalwerten der Reden im Kronrat....: ;)

Kommentare

@Markus: Klar, aber ich bin eben der Meinung, dass dies von den Spielern im Siel entwickelt werden sollte... da ist der eben der kleine Unterschied. – Maurakin am 09. Okt 2009
Ich finde es für die Enstehung des Kronrates und seiner Kronräte nicht unenscheidend aus welchem Land sie überhaupt kommen und was daher ihre eigene Hintergrundgeschichte ist. @Maurakin – Markus am 09. Okt 2009
Mit Stellung meinte ich an sich auch eher sein eben besonderes Charakteristikum: im Strafraum (dem eigenen) den Ball in die Hand zu nehmen, bzw. mit den Händen zu spielen ;). Ein Glück, dass der Humor nicht auf der Strecke bleibt ^^ – Batu am 08. Okt 2009
Das hat nichts mit konservativ zu tun. ^^ Aber die genannten Beispiele sind eindeutig in den Regeln manifestiert... außer der Stellung des Torwarts... und der darf theoretisch im Fußball stehen wo er will. Die Regeln sagen halt nur, dass er nur innerhalb des eigenen Strafraums Hand nutzen darf...^^ – Maurakin am 08. Okt 2009
Verschreit mich als "konservativ", aber die Hintergrundstory würde ich hier schon als - um in der Metapher zu bleiben - als das verstehen, was die FIFA beim Fußball für die Interaktion der Mannschaften auf dem Platz vorgibt (Abseits, Einwurf, Stellung des Torwarts, etc. pp.). Ist mein Verständnis. – Batu am 08. Okt 2009
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@Jakob

am 08. Okt 2009 Maurakin # 250

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