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Dies ist die Antwort auf den Beitrag: Verfassungsentwurf


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Ganz vorne steht ein dickes Kompliment für die gelungene Formulierung des Verfassungsentwurfs. Die Sprache ist insgesamt stimmig und die in meinem Ohr bisher schrecklich klingenden Eigennamen sind ja (hoffentlich) nur Arbeitstitel. Bei den schmalen Vorgaben der SL ist es ein sehr durchdachtes Werk geworden, bei dem ich nur wenige Unschärfen entdeckt habe, die aber vermutlich eben diesem Umstand geschuldet sind, dass um das Spielkonzept noch gerungen wird.

Im Einzelnen:

Die Funktion der Reichsstände geht nicht aus der Verfassung hervor. Werden etwa Ständevertreter gewählt, z.B. in (Zwangs-?)Lobbies? Welche Funktion haben sie? Können sie z.B. Gesetze anfechten, Misstrauensanträge stellen? Werden ihnen bestimmte Vorschlagsrechte eingeräumt? Das wären Fragen, mit denen sich alle Beteiligten auseinandersetzen müssten.

Die "Ewigkeitsklauseln" (z.B. in Art. 9) verwirren nur bzw. implizieren, dass die Verfassung nicht veränderbar ist. Ist sie mit Zustimmung der SL/des Königs aber doch. Außerdem könnte ein Schlaumeier auf die Idee kommen, dass für ihn eine -rechtlich einwandfrei- geänderte Reichsbulle nicht gilt, weil er sich ja "ewig" dieser (=ursprünglichen) verpflichtet fühlt. M.E. bessere Formulierung: "(...) die Reichsoberen sind uneingeschränkt und vorbehaltlos an die Reichsbulle (...) gebunden."

Die Machtübertragung in Art.10 § 1 ist zu absolut formuliert und damit unlogisch. Nimmt man sie wörtlich, dann ist es sogar eine Abdankungserklärung. Mein Formulierungsvorschlag: "Seine Majestät der König befindet für Recht, dass ein ständiger Kronrat ihn in seinen Entscheidungen unterstütze und im Rahmen der in dieser Reichsbulle übertragenen Macht über das Reich herrsche. (...)"

Artikel 11 ist der kniffligste von allen. Ich hoffe, ich habe die Regelungsabsicht richtig verstanden, sonst sind meine Anmerkungen Makulatur. Zunächst aber eine Formulierungssache: Der Begriff des Reichsdiplomaten ist für meinen Geschmack zu modern. Aus seiner Tätigkeitsbeschreibung heraus verstehe ich ihn als eine Mischung zwischen modernem Außenminister und Zeremonienmeister, und ich suche selbst noch nach einem geeigneten stilechten Begriff. Bei den Österreichern entliehen wäre der "Geheime Hofrat". Passender wäre vielleicht noch der Reichslegat, der niemals offizieller Titel war, vermutlich weil er so unspektakulär klingt. ;-) Weitere Vorschläge (oder auch die Bestätigung des Reichsdiplomaten, falls ich hier falsch liegen sollte) bitte im Kommentar.

Zu 11,3 finde ich den Begriff der "Reichsacht" viel zu stark. Gemeint sein dürfte ein Misstrauensvotum, und ich gebe zu, der Begriff ist zu modern. Vielleicht hilft das Fremdwort der "Demission", die Folge zu beschreiben. Mein Vorschlag daher: "(...)Reichsoberen – vor Ablauf deren Amtszeit – das Misstrauen auszusprechen und deren Demission zu verhängen. So der Kronrat dies tue, ende die Amtzeit des Amtsinhabers ohne weiteren Verzug mit Verkündung des gültigen Beschlusses. (...)

Dazu noch eine weitere Anmerkung: Das "konstruktive Misstrauensvotum" im nächsten Absatz ist zwar an sich vernünftig, könnte aber auch eingeschränkt werden, falls der abgesägte Minister einen Vertreter hat, der die Amtsgeschäfte kommissarisch weiterführen kann. Damit spart man sich möglicherweise, über vorher bereits rechtswidrige Anträge abstimmen zu müssen. Andererseits besteht die Gefahr, dass der Minister noch schnell einen "Strohmann" zum Vertreter bestimmt, wenn man es ihm nicht per Gesetz/Verfassung untersagt. Beides hat spieltechnisch seinen Reiz, treibt aber die "Hobby-Juristen" in den Wahnsinn. ;-)

Etwas unglücklich bin ich mit dem Kronrichter, weil mir seine Stellung im Vergleich zu den übrigen Ämtern unausgewogen scheint, aus mehreren Gründen. Seine Stellung an sich ist stark, aber bei einem prozessfreudigen Kronrat hat er ständig Arbeit und wichtige Entscheidungen werden schlicht und einfach wochenlang verschleppt (siehe KR1). Vielleicht könnte man da die Stände ins Spiel bringen, denen man ein Vorschlagsrecht gewährt -neben den freien Bewerbern für das Amt- und deren vorgeschlagene Kandidaten zumindest eine Beisitzer-Funktion im Gericht erhalten oder vom Reichsrichter einen Fall oder ein Gutachten übertragen bekommen. Zumindest kann man darüber noch einmal nachdenken.

An Art. 12 missfällt mir nur ein einziger Satz: "Genügt der Antrag diesen Erfordernissen nicht, so ist er für alle Zeiten gegenstandslos." Das bedarf der genaueren Erläuterung, denn so kann es nicht gemeint sein, wie es hier steht. Bedeutet es, dass der (einzelne!) Antrag als ungültig erachtet und damit "aus der Welt" ist? Oder die Version, auf die man aufgrund des Wortlauts ebenfalls kommen kann, dass das mit dem Antrag angeschnittene Thema nicht mehr angetastet werden kann (Also die Vermeidung von Kettenanträgen). Wäre letzteres der Fall, dann hat man mit der Formulierung ein Eigentor geschossen. Denn will ich, dass ein Thema nicht mehr angerührt werden kann, muss ich nur einen ungültigen Antrag formulieren, und alles ist bis in die Ewigkeit festzementiert. Hier also bitte Nachbesserung bzw. Erläuterung, was beabsichtigt ist. Kettenanträge lassen sich vermeiden, wenn man eine Frist einbaut, nach dem Motto: Ist über einen Antrag entschieden, so kann eine Neuregelung zu dem gleichen Thema ohne Intervention Seiner Königlichen Majestät erst binnen Jahresfrist (Zweijahresfrist o.ä.) erfolgen. Zwei Spatzen mit einem Stein!

Ergänzungsvorschläge:

Der Reichschronist könnte als wählbares Amt eingeführt werden. Und das sogar für eine längere Amtszeit (IG 1 Jahr?), weil damit nur Arbeit und wenig Prestige verbunden ist. ;-) Seine Aufgabe ist es, die Ratsmatrikel (Antragsergebnisse) sorgfältig zu führen und ein monatliches Bulletin (Zusammenfassung der wichtigsten Reden) über die Tätigkeit des Kronrats für Seine Majestät zusammen zu stellen. (Programmtechnisch in einer Rubrik (Rats-)Chronik)

Falls es zum Hofmagier kommen sollte, dann wäre dieser natürlich für die Überwachung der Magiegesetze verantwortlich.

Sollten verschiedene Rassen eingeführt werden, könnten die Rassenlobbies neu aufleben und im Zusammenspiel mit den ständen ergäbe sich eine interessante Matrix, die Anlass zu guten Geschichten böte (Orkknecht trifft Elfenlord oder Trollschamanen).

So, der Beitrag dürfte jetzt bereits das erträgliche Maß überschritten haben. Aber die Diskussion ist zumindest angelaufen. Ein letzter Vorschlag: Für alle diskussionswürdigen Einzelfragen könnte man Arbeitsgruppen bilden, die sich einen eigenen Thread erstellen und die Ergebnisse für alle anderen "vor"entwickeln. Da jeder mitlesen kann, sieht man auch, wo es klemmt und man kann sich in einen etwas "lahmen" Fragenkomplex einschalten.

Und jetzt: Endgültig Schluss!

Kommentare

Von mir aus bleibt es dann gerne beim "Reichsgesandten". Das dürfte nach Auswertung der Komms konsensfähig sein. – Keleos am 11. Okt 2009
"Reichsgesandter" ist wohl die beste Bezeichnung, im Kontext zu den restlichen Ämtern. Rassen, die könnten durch die Stände kompensiert werden (innerhalb derer sich wiederum unterschiedliche Ströme eh entwickeln). Magie, da habe ich irgendwie das letzte Wort nicht vernommen. – Batu am 11. Okt 2009
Ich kann eigentlich allem nur uneingeschränkt zustimmen! – Markus am 11. Okt 2009
Bitte nicht vergessen, daß auch diese Verfassung - egal was letztlich drin stehen wird - ebenfalls im Spiel ja auch noch ergänzt oder geändert werden kann. (mit 3/4 Mehrheit) – Christian am 11. Okt 2009
Alternativen wären noch "Reichsbotschafter" oder "Reichskonsul". Ansonsten überlegenswerte Anmerkungen. – Neptun am 11. Okt 2009
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am 11. Okt 2009 Lord Sidious # 278 1 1 10

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