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Dies ist die Antwort auf den Beitrag: Anmerkungen zum Verfassungsentwurf


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Die von Keleos aufgeworfenen Fragen sind interessante Ansatzpunkte für eine Diskussion, vielleicht einige Anmerkungen aus meiner Sicht.

1.

Keleos hat einige Formulierungen angesprochen, die so noch nicht optimal sind.

  • Die Ewigkeitsklausel in Art. 9 Abs. 1 ist zu absolut formuliert. Denn tatsächlich sind Änderungen der Reichsbulle ja möglich. -> Stimmt, die von Keleos vorgeschlagene Formulierung trifft es besser. Ich unterstütze diese Änderung.

  • Auch die festgeschriebene Machtübertragung vom König auf den Kronrat in Art. 10 § 1 ist zu absolut formuliert und könnte die Stellung des Königs schwächen. -> Dem stimme ich zu. Auch hier würde ich für eine Übernahme der von Keleos vorgeschlagenen Formulierung plädieren.

  • Der Begriff der Reichsacht in Art. 11 § 3 ist zu „stark“. Vor dem Dilemma stand ich bei der Formulierung auch… An sich ging die Reichsacht oder auch der Reichsbann weit über das hinaus, was wir mit diesem Art. eigentlich erreichen wollen. Die Begriffe Misstrauensvotum oder ggf. auch Demission wollte ich auf der anderen Seite aber gerade vermeiden, da mir beide Begriffe zu modern erschienen. Ich habe mir deshalb etwas künstlerische Freiheit herausgenommen und die Reichsacht für unsere Zwecke eingespannt.^^

  • Auch die Bezeichnung Reichsdiplomat in Art. 11 § 6 wurde eher skeptisch gesehen. Mein ursprünglicher Vorschlag war Reichsgesandter. Der Konsens war dann am Ende Reichsdiplomat. Ich habe die SL so verstanden, dass sie auf jeden Fall in den Amtsbezeichnungen einen deutlichen Bezug zum „Reich“ haben möchte. Dementsprechend käme, in Anlehnung an Keleos Vorschlag, auch noch der Reichshofrat in Betracht. Keine Ahnung, ob die SL über den Begriff noch einmal nachdenkt. Ich denke, da ist Jakob gefragt.

  • Was die Anträge auf Änderung der Reichsbulle in Art. 12 Abs. 1 S. 6 anlangt, hier sollte nur der konkrete Antrag ungültig sein. Kettenanträge sollten nicht verboten werden. Da Keleos mit der sprachlichen Unschärfe Recht hat, würde ich auch hier für eine sprachliche Klarstellung plädieren.

2.

Keleos hat auch noch einen Änderungsvorschlag für das Misstrauensvotum in Art. 11 § 3 ins Spiel gebracht. Genauer gesagt, geht es um die Ersetzung eines entlassenen Regierungsmitglieds.

Der ursprüngliche Vorschlag sieht eine Neuwahl vor. Keleos schlägt vor, dass auch ein Stellvertreter das Amt übernehmen könne. An der Stelle vielleicht noch eine Klarstellung, die Vasallen aus Art. 11 § 1 Abs. 2 sind keine Vertreter. Ein richtiger Vertreter sollte vom Kronrat gewählt werden. In Hinblick auf die zu erwartende Spielerzahl habe ich auf einen solchen Vorschlag vorerst verzichtet. Zu Beginn wird man sicher mit 15 bis 20 aktiven Spielern rechnen können. Die Anzahl der Wahlämter sollte hier begrenzt werden. Denn Wahlen sind nur spannend, wenn es deutlich mehr Bewerber als Posten gibt.

3.

Auch hat Keleos noch einmal die Idee eines Reichschronisten angesprochen. Grundsätzlich halte ich dieses Amt für eine sinnvolle Ergänzung. Aber auch hier gilt wieder das eben Gesagte: Manchmal führen weniger Ämter zu mehr (erwünschter) Konkurrenz. Vielleicht ein Kompromissvorschlag: Der Reichskammerherr könnte die Funktion des Reichschronisten übernehmen. Wenn ich Keleos richtig verstanden habe, sollte das Amt IG ohnehin einen starken Bezug zum König aufweisen (Bulletin für den König). Ich denke, dass würde sich gut mit der Stellung des Reichskammerherrn vertragen.

4.

Ein wesentlicher Punkt ist natürlich die Standesfrage. Welche Aufgaben haben die Stände, wie wird das im Spiel umgesetzt? An diesem Punkt ist mein Vorschlag wirklich außerordentlich „schwammig“ und unpräzise. Schlicht, weil eine Einigung in dieser Frage noch nicht erreicht werden konnte. Klar ist, es gibt keine Standesschranken. Soweit so gut. Welche Funktionen die Stände aber sonst haben könnten, mit dieser Frage haben wir uns bisher nicht wirklich beschäftigt.

Ich persönlich bin für eine „Zwangsmitgliedschaft“ in den jeweiligen Standeslobbies, sonst würden die Stände ad absurdum geführt, wenn die Hälfte aller Kronräte standesfrei wären. Auf diese Zwangsmitgliedschaft sollte eigentlich Art. 6 S. 2 hindeuten.

Keleos Vorschläge finde ich sehr gut. Denkbar wäre, dass nur die Stände einen Misstrauensantrag und Anträge auf Überprüfung von Gesetzen einbringen können (also z.B. der jeweilige „Voristzende“, nach standesinterner Abstimmung). Vorteil wäre eine Bedeutungssteigerung der Stände. Nachteil wäre die Verlagerung einiger spannender Diskussionen vom Plenum in die Lobbies.

ABER auf jeden Fall sollten wir Keleos Einwand aufgreifen. Wenn die Stände – wie jetzt – ein reines „Zierobjekt“ bleiben, werden sie kaum mehr Bedeutung haben als die Rassen in KR 2…

Eine Verknüpfung mit dem Kronrichter in Form eines Reichskammergerichts ist ebenfalls möglich. Aber zum einen gilt hier dasselbe wie oben, wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu viele Ämter einführen:

Die 5 Ämter aus dem Originalvorschlag + die angesprochenen Stellvertreter + der Reichschronist + 3 Standesvertreter im Reichsgericht = 14 offizielle Ämter. Dazu kommen ja noch die nicht offiziellen Ämter (z.B. die Vorsitzenden der Standeslobbies). Und das für vielleicht 15 bis 20 aktive Spieler zu Beginn. Das sind meines Erachtens deutlich zu viele Ämter für zu wenig Spieler.

Und zum anderen hat sich dieses Prinzip, in Form der Rassenrichter im KR 2, nicht wirklich bewährt. Das war jedenfalls mein Eindruck…

Was die Arbeitsgruppen anlangt, die meisten Änderungen (gerade die sprachlichen) lassen sich sicher schnell und unkompliziert umsetzen, wenn die SL da mitspielt. Was die Bedeutung, die Funktion und die Macht der Stände anlangt, da wäre eine intensive Diskussion im Rahmen einer Arbeitsgruppe vielleicht wirklich zielführend. Ich unterstütze daher diesen Vorschlag.

Was Corlys römischen Ansatz ;) anlangt…Da muss sich die SL entscheiden. Soll das Spiel im Mittelalter oder in der Antike spielen… Nur ein sprachlicher Hinweis: Ein Kronrat und Kronräte machen eigentlich nur Sinn, wenn es auch eine Krone gibt.^^ Aber das ist jetzt natürlich spitzfindig ;)

Ich denke, jetzt ist Jakob gefragt. Er muss letztlich entscheiden, was jetzt weiter passieren soll. Die Vorschläge liegen jedenfalls auf dem Tisch ;)

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am 11. Okt 2009

Kommentare

Die Ständefrage ist natürlich eine gut Frage. Ich wäre eher da gegen, die Stände zu reinem "Zierwerk" verkommen zu lassen. Innerhalb der Stände können sich eh Fraktionen bilden. Das macht die Stände innerhalb ihrer Sphäre auch dynamisch. Ich werde da mal was zu verfassen. – Batu am 11. Okt 2009
@ Keleos: Daher die Person des "Gründervaters" ... so könnte die SL ein "normales" Ratsmitglied spielen, das lediglich von der sonstigen Ämterlaufbahn ausgeschlossen ist + die Aufgabe das Ausland zu spielen ... aber wie mir scheint wird die "Königsrolle" für die SL sowieso eher favorisiert! – Corly am 11. Okt 2009
@Corly: Ich glaube, ich habe begriffen, was du meinst. Aber ein ansatzpunkt mit dem König war, dass die SL auch aktiv IG eingreifen kann bzw. ein Amt hat, das über allem schwebt. Wenn Du das Problem in deinem System lösen kannst, kann es auch Gefallen finden. – Keleos am 11. Okt 2009
Ich verwehre mich wiederholt dagegen, das mein "römischer Ansatz" in einer antiken Welt spielen muss, der Ansatz ist auch mit ausgewiesener Leichtigkeit ins Mittelalter zu übertragen ... und du kannst den führenden Räten von mir aus gerne eine bzw. zwei Kronen aufsetzen! ; ) – Corly am 11. Okt 2009
Die Vertreterfunktion nach Misstrauensantrag war so zu verstehen, dass ein gelungener MA automatisch eine Neuwahl auslöst, der Vertreter aber die "ministerfreie" Zeit überbrückt. Ämterhäufung ist ein Problem. Die 5 Hauptämter müssen unabhängig bleiben, bei den übrigen am Anfang eine Ausnahme. – Keleos am 11. Okt 2009

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am 11. Okt 2009 Batu # 219 1 0 10

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